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Hansa-Viertel

Hansa-Viertel im Stadtspiel Berlin (Vorderseite) Die Zukunft von gestern in kuriosen Wohnbau-Utopien.

Anarchie. Der Kalte Krieg tobte auch auf dem Reißbrett. Deshalb holte der Westen für die Interbau 1956/57 die Großmeister der klassischen Moderne in die Stadt, damit sie in einem Wettbewerb der Stalin-Allee etwas entgegen setzen und beweisen, dass die Zukunft der Freiheit des Westens gehört. Sie realisierten im neuen Hansaviertel 36 Solitäre vom Einfamilienhaus bis zum Punkthochhaus mit viel Grün dazwischen. Dabei trieb der Wille zum Neuen teilweise kuriose Blüten. So hat das Hochhaus Klopstockstraße/ Händel-Allee weibliche und männliche Appartements, wahlweise mit Kochnische oder Kochschrank. Die „Allräume“ des Zickzackbaus, Händel-Allee 30-32, konnte der Nutzer mit verschiebbaren Faltwänden nach den eigenen Vorstellungen teilen, was angeblich nie jemand tat. Und der Achtgeschosser, Altonaer Straße 4-14, wurde nicht nur termitensicher aufgeständert, wie es der brasilianische Architekt aus seiner Heimat kannte, das Haus hat auch noch einen Außenfahrstuhl, der nur im 5. und 7. Stock hält, damit sich die Bewohner dort wie auf dem Dorfplatz treffen. Für den Osten war das die blanke „Anarchie“. Aber der Westen hatte die Stalin-Allee zuvor auch schon ein „Attentat auf das Stadtbild“ genannt.


Weiterführende Informationen z.B. unter:

Tags

Interbau Moderne Stalin-Allee Allräume weibliche männliche Appartements

 

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