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Nikolaiviertel

Nikolaiviertel im Stadtspiel Berlin (Vorderseite) Sozialistisches Disneyland: Alt-Berlin aus dem Baukasten.

Illusionen. Im Nikolaiviertel mit seinen kleinen Häusern, engen Gassen, Kneipen und Souvenirshops glaubt man sich sofort in Alt-Berlin. Tatsächlich sind hier nur zwei Gebäude historisch: das Knoblauchhaus in der Poststraße 23 und die Nikolaikirche. Alle anderen Bauten wurden für die 750-Jahrfeier Berlins 1987 erfunden, hierher versetzt oder kopiert. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg bedeckte Rasen das vormals dicht bebaute Quartier. Selbst das Ephraims-Palais an der Mühlendamm-Brücke, das einst als schönste Ecke Berlins galt, ist ein Neubau. Immerhin sind einige Fassadenteile echt und erinnern an den jüdischen Bankier, der Friedrich II. im Siebenjährigen Krieg vor dem Bankrott rettete. Der historisierende Plattenbau- Kitsch allerorten macht wenigstens keinen Hehl aus seiner Herkunft. Die „hanseatischen“ Giebel zeugen davon, dass hier Rostocker Bauarbeiter „sozialistische Hilfe“ leisteten. In der Lieblingskneipe des „Miljöh-Malers“ Heinrich Zille „Zum Nussbaum“ (Probststr. 11) wohnt der falsche Geist des Viertels. Denn der „Nussbaum“ war zwar wirklich Berlins älteste Kneipe, aber die stand seit 1571 in Alt-Cölln auf der anderen Seite der Spree, und dort fiel sie 1943 in Schutt und Asche.


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Alt-Berlin Knoblauchhaus Nikolaikirche Ephraims-Palais Heinrich Zille Zum Nussbaum

 

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